Beinhaltet Articulate AI Werkzeuge zur Überprüfung der Barrierefreiheit von Inhalten?

Der AI Assistant selbst prüft die Barrierefreiheit nicht. Das Prüfwerkzeug sitzt an einer anderen Stelle: Storyline 360 hat eine eingebaute Barrierefreiheitsprüfung, verfügbar seit dem Update vom Mai 2025. Die KI kommt darin an genau einer Stelle vor, nämlich beim Beheben der Befunde.

Diese Aufteilung ist praktisch, weil beides zusammengehört. Der AI Assistant erzeugt Inhalte, die Prüfung sieht sich das Ergebnis an.

Wo die Prüfung in Storyline 360 sitzt #

  1. Öffne das Projekt in Storyline 360.
  2. Wechsle im Menüband auf die Registerkarte Ansicht.
  3. Wähle Barrierefreiheitsprüfung.

Der kürzere Weg führt über die Statusleiste am unteren Rand: Dort steht Probleme mit der Barrierefreiheit mit der Anzahl der offenen Befunde, und ein Klick darauf öffnet dasselbe Fenster. Weil die Anzeige mitläuft, siehst du schon beim Bauen, ob eine Folie etwas anhäuft.

Was die Prüfung abdeckt #

Die Prüfung deckt derzeit bis zu 15 WCAG-Erfolgskriterien ab und erkennt darin 24 Arten von Befunden. Jeder Befund kommt mit einem Vorschlag, wie er sich beheben lässt, und die Vorschläge fallen in drei Klassen:

  • Mit einem Klick korrigieren für alles, was sich eindeutig automatisch setzen lässt.
  • Mit KI korrigieren für Stellen, an denen ein Text formuliert werden muss, etwa ein Alternativtext oder eine Beschriftung. Hier arbeitet der AI Assistant zu.
  • Manuelle Korrektur für alles, wofür eine Entscheidung nötig ist.

Bei der KI-gestützten Korrektur gilt dieselbe Regel wie bei jedem generierten Inhalt: vor dem Speichern lesen. Ein Alternativtext, der ein Bild beschreibt, aber nicht seine Funktion im Kurs, besteht die automatische Prüfung und hilft trotzdem niemandem.

Wo die Prüfung nicht greift #

Zwei Grenzen sind wichtig, bevor jemand die grüne Anzeige für ein Abnahmedokument hält.

Die erste ist die Reichweite des Werkzeugs. Rise 360 hat keine eigene Barrierefreiheitsprüfung, dort trägt die Vorlage einen grossen Teil der Struktur, und der Rest bleibt Handarbeit. Die zweite ist grundsätzlicher: Kein automatisches Werkzeug findet jede Barriere. Prüfbar ist, was sich messen lässt, also Kontrastwerte, fehlende Alternativtexte, Beschriftungen. Ob eine Reihenfolge logisch ist oder ob eine Interaktion mit der Tastatur zu bedienen ist, zeigt erst der Test am Kurs.

Ergebnis

Storyline 360 prüft automatisiert und schlägt Korrekturen vor, teils mit KI. Der Durchlauf mit Tastatur und Screenreader bleibt zusätzlich nötig.

Bei Kursen für Händler, Servicepartner oder Kunden lohnt sich dieser Durchlauf besonders, weil dort niemand vorgibt, mit welchen Geräten und Hilfsmitteln gelernt wird. Wie sich barrierefreie Inhalte von Anfang an anlegen lassen, steht unter Wie kann ich mit Articulate barrierefreie Inhalte erstellen? Wie es um die Autorenseite steht, klärt Ist die Autorenerfahrung für den AI Assistant barrierefrei?

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