Generierte Inhalte folgen denselben Barrierefreiheitsregeln wie alles andere, was du in Storyline 360 oder Rise 360 baust. Ein generierter Block ist am Ende ein Block, ein generiertes Bild ein Bild. Die KI bringt also keine eigene Barriere mit, sie nimmt dir aber auch keine Entscheidung ab.
Genau darin liegt das Missverständnis, das hinter der Frage steckt. Barrierefreiheit entsteht nicht im Werkzeug, sondern in den Entscheidungen beim Bauen: Alternativtext, Überschriftenhierarchie, Kontrast, Untertitel. Der AI Assistant liefert Vorschläge für einige dieser Entscheidungen. Getroffen werden sie weiterhin von dir.
Was die Konformitätsberichte abdecken #
Für Rise 360 und Storyline 360 gibt es Konformitätsberichte zur Barrierefreiheit. Sie sind gegen WCAG in den Fassungen 2.0, 2.1 und 2.2 geführt, jeweils über die Stufen A, AA und AAA, dazu gegen den überarbeiteten Section 508 und gegen EN 301 549.
Drei Dinge sind daran wichtig, wenn du den Bericht als Nachweis heranziehst:
- Bewertet wird der veröffentlichte Kurs, also das, was Lernende sehen. Die Autorenumgebung selbst steht ausdrücklich nicht im Prüfumfang.
- Die Bewertung hängt von den Entscheidungen der Autorinnen und Autoren ab. Der Bericht sagt, was das Werkzeug ermöglicht, nicht, was dein Kurs erreicht.
- Der Nachweis gilt je Produkt. Ein in Rise 360 gebauter Kurs und ein Storyline-Projekt werden getrennt betrachtet.
Wo du nach dem Generieren nachsiehst #
Vier Stellen entscheiden darüber, ob aus einem generierten Entwurf ein zugänglicher Kurs wird:
- Alternativtexte. Der Vorschlag aus Storyline 360 beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist. Ob das dem entspricht, was das Bild an dieser Stelle im Kurs leisten soll, weisst nur du. Rein dekorative Bilder werden als solche markiert, statt sie zu beschreiben.
- Untertitel. Automatisch erzeugte Untertitel gehen vor der Freigabe einmal durch, besonders bei Produktnamen, Typenbezeichnungen und Abkürzungen.
- Überschriftenhierarchie. Bei generierten Kursentwürfen lohnt der Blick, ob die Ebenen eine sinnvolle Reihenfolge ergeben und keine übersprungen wird.
- Generierte Bilder. Ein erzeugtes Bild kennt deine Kontrastvorgaben nicht. Wenn Text im Bild steht, gehört er ohnehin in den Fliesstext.
Ergebnis
Der Nachweis gilt dem Werkzeug, die Barrierefreiheit dem Kurs. Ein generierter Entwurf verkürzt den Weg dorthin, er ersetzt die Prüfung nicht.
Die Bedienung ist eine andere Frage #
Ob generierte Inhalte zugänglich sind, und ob sich der AI Assistant selbst mit Tastatur und Screenreader bedienen lässt, sind zwei verschiedene Fragen. Die zweite betrifft dein Autorenteam, nicht die Lernenden, und wird unter Ist die Nutzung des AI Assistant barrierefrei? behandelt. Ob der AI Assistant einen fertigen Kurs auf Barrierefreiheit prüfen kann, steht unter Prüft der AI Assistant die Barrierefreiheit?
Wie sich Barrierefreiheit in Articulate insgesamt umsetzen lässt, von der Tastaturbedienung bis zum Farbkontrast, steht unter Barrierefreie Inhalte mit Articulate erstellen.